Samstag / 19. September 2026

Andreas Arend und Thomas Friedlaender
© Ana Prada (Fotos von Andraes Arend) Friedländer © privat

Andreas Arend und Thomas Friedlaender
Lieder vom Wasser

Samstag / 19. September 2026 / 17:00 Uhr


Andreas Arend (Berlin) – Laute und Lyra Polyversalis
Thomas Friedlaender (Dresden) Zink und Schlagwerk

Homepage:
https://www.andreasarend.com/
https://corno-da-tirarsi.com/

Programm

LIEDER VOM WASSER
Eine Raummusik für Laute, Zink und Schlagwerk

Werke von Josquin des Près, Ludwig Senfl, Orlando di Lasso, Jaques Arcadelt und anderen

Laut ist sie nicht, die Laute. Dafür wurde für sie feinsinnige Musik komponiert.

Im Mittelalter in Europa eingebürgert, schwingt sich die Lautenmusik in der frühen Neuzeit zum Höhenflug auf. Ihre Blüte markiert den Beginn der reinen Instrumentalmusik in Europa.

Neben Tänzen und Fantasien faszinieren die Vokalmusiken der berühmtesten Komponisten ihrer Zeit, wie etwa Nicolas Gombert oder Heinrich Isaak, die von damals beinahe ebenso berühmten Meistern der Lautenkunst intavoliert wurden, das heisst für das Instrument arrangiert und dabei „coloriert“ – mit virtuosen Verzierungen angereichert.

Die Stücke spielen mit dem Raum, sie scheinen in ihm zu leben – wahrscheinlich waren sie in ihrer Entstehungszeit niveauvollste Hintergrundmusik, Andachtsmusik, sie erklangen zur Unterhaltung und zum Tanz. Führt man sie heute auf, durchdringen sich Ort und Moment des jetzt mit denen vergangener Zeiten. Wenn das Ohr sich auf diese Verschmelzung konzentriert, scheint die leise Laute im Klang zu wachsen.
Thomas Friedlaender inszeniert das akustisch, wenn er punktuell, oder im Duo agiert, dabei alte Musik spielend, aber auch frei improvisierend. So entsteht im Wechsel- und Zusammenspiel der beiden Künstler mit dem Raum ein musikalisches Gebilde mit Hörerlebnissen vom fast tranceerzeugenden Lautenspiel über die Klänge der Rahmentrommeln bis zum Gesang des Zinks.

Traditionelle Lieder vom Wasser bilden ein Gegengewicht zu den Stücken der alten Meister.
Ausgerechnet sie sind es, die Ohr und Herz zwischen den Etappen auf unbekannten Gewässern die Möglichkeit zum Landgang in vertrauten Häfen bieten.

Vita

Andreas Arend studierte Musik in Hamburg und Berlin. Er ist auf der Suche nach Klängen, die einen Dialog zwischen Mensch und Welt repräsentieren. So kam er ebenso zur Alten Musik mit den Hauptinstrumenten Laute und Theorbe wie, als Komponist und Interpret, zur Neuen Musik.
Beide Liniene verbinden sich in Konzertprogrammen, die, aus verschiedenen thematischen Strängen zusammengewebt, fast selbst Kompositionen sind. Dabei ist es ihm eine Lust, von den Musikern vergangener Zeiten zu lernen und ihre Ideen, soweit verstanden, in unsere Zeit zu übertragen.
Andreas Arends Tätigkeit als Lautenist ist in zahlreichen Tonaufnahmen dokumentiert, etwa „Ballads within a dream“ mit Hille Perl, „Das Heidelberger Lautenbuch des Sebastian Ochsenkuhn“ mit Dorothee Mields oder „Baroque“ mit Nils Mönkemeyer.

Thomas Friedlaender ist freischaffend tätig. Er studierte Trompete und Zink in Dresden, Leipzig, Basel und Bremen und belegte u.a. Kurse für Jazz, elektronische Musik, Improvisation, Musiktheorie und Perkussion.

Zuletzt vor allem in der Welt des Barockhorns unterwegs, hat er sich hier noch einmal auf die Leipziger Kantaten Johann Sebastian Bachs spezialisiert und spielt darinnen das seltene „Corno da tirarsi“
(www.corno-da-tirarsi.com).

Europaweite Konzerte, Festivalteilnahmen und Aufnahmen mit renommierten Ensembles und Dirigenten im Bereich der Alten Musik, mit vielfältigen eigenen Kammermusikprogrammen – zudem in zeitgenössisch-improvisierten Formaten sowie mit orientalischer Musik – zeugen von einem breiten Arbeitsspektrum.

25 Jahre lang organisierte und leitete er verschiedene spartenübergreifende Kunstprojekte, u.a. „Dresdner Totentanz“ und die monatliche Konzertreihe „Offenes Palais – Musik und Kunst im Grossen Garten“.